Unser Oberschlesien
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Artykuł opisuje różne wydarzenia i zmiany związane z Oberschlesią, w tym spotkania społeczności, wydarzenia kulturalne oraz zmiany polityczne i gospodarcze w regionie.
Pamiątka z Pilchowic
- Piętnaście lat temu, grupa kursantów, która przetrwała pierwszą wojnę światową, zgromadziła się w Pilchowicach na 25-lecie swojego istnienia.
- Pilchowice, położone między Gliwicami a Rudy, są umiejscowione w pięknej, leśnej okolicy, często odwiedzanej przez Eichendorffa, którego natura inspiruje do zwiedzania.
- W Pilchowicach, w starym szarym budynku, kursanci mogli poświęcić się nauce, odkrywać przyrodę i pogłębiać swoją miłość do śląskiej ojczyzny.
- Wspomniano również o czterdziestym jubileuszu pracy nauczycielskiej, który obchodzono 1 kwietnia.
- Wzmiankowano kilka osób związanych z Pilchowicami, które zaznaczyły swoją obecność w edukacji i kulturze, między innymi Hermanna Aschmanna, Fritza Wilperta i Hansa Schuberta.
Więcej informacji o Eichendorffie można znaleźć tutaj.
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UNSER OBERSCHLESIEN
2. Reuthenez Heimattzeffen.
In der Patenstadt Recklinghau-
zen findet in den Pfingsttagen — 23,
24. u. 25. Mai — das 2. Beuthener
Heimattreffen, verbunden mit
einer Zusammenkunft der oberschlesi-
schen Berg- und Hüttenleute, statt.
Diese Zusammenkunft, die erstmalig im
Jahre 1952 in Recklinghausen zu einer
srhebenden Wiedersehensfeier der hei-
natvertriebenen Beuthener .in Anwesen-
1eit ihres verehrten Oberbürgermeisters
‚R. Dr. Knakrick führte, dürfte
viederum ein wahres Familienfest
verden, in dessen Mittelpunkt das
freuebekenntnis zum alten OS stehen
vird.
SUTENTEITUNA NAMEN UN 7
Das Ruhrgebiet des Ostens
Oberschlesien in der Waagschale
ım Buna der vertriebenen Deutschen
n Köln gab Professor Dr, Heinz Pe-
‚er Seraphim - einen ‘hochinteres-
santen Überblick über die gegenwärti-
gen Verhältnisse jenseits der Oder und
Neiße. Der Vortragende, einer der be-
sten Kenner Osteuropas, verstand es:
in. wissenschaftlich fundierter, aber
volkstümlicher Darstellung in lebendi-
ger Anschaulichkeit die Probleme der
in polnischer und sowjetischer Verwal-
tung befindlichen. Ostgebiete zu schil-
dern. Im polnischen Verwaltungsgebiet
Istdeutschlands sollen amtlichen pol-
nischen Angaben zufolge, -heute fünf
Millionert Menschen wohnen, gegenüber
3,2 Millionen im Jahre 1938, =
Professor Seraphim, gebürtiger Ost
deutscher, wirkte als Spezialist für Ost-
europa an den Universitäten König s-
berg und Breslau. Über die wirt-
schaftliche Entwicklung jenseits der
Oder-Neiße-Linie führte er aus: Land-
wirtschaft, Mittel- und Kleinindüustrie
sind in den Nachkriegsjahren wesent-
lich zurückgegangen. Im polni-
schen Verwaltungsgebiet erreicht der
3dlandanteil mit über 17 Prozent der
Gesamtfläche das Fünfffache der Vor-
criegszeit! Dagegen haben die Sowjets,
ıls die eigentlichen Machthaber in die-
jem . Raum, von vornherein großen
Wert darauf gelegt, die Grundstoff-
ınd Schwerindustrie Ostdeutschlands,
jesonders .im gesamtoberschlesischen
Zecken, etwa im Dreieck Gleiwitz-
Srakau - Mährisch « Ostrat
ılcht nur wieder in Gang zu setzen
ondern erheblich auszubauen
Jurch einen außergewöhnlichen großer
linsatz von Menschen und Maschinen
ırzeugt die Kohlen- und Eisen-
ndustrie .Oberschlesiens heute
veit mehr als vor dem zweiten Welt-
z:rieg. Die oberschlesische Industrie waı
u Kriegsende im wesentlichen unzer-
tört, auch ein Teil der Arbeiterschafi
‚ar vorhanden. Der Staat, der die ge
amten Industrie-Anlagen übernahm,
yumpte Arbeitskräfte und Material in
)iese Industrie hinein. Die Sowjets
tellten Maschinen und Ausrüstungen,
ber auch Fachleute und Aufsichtsper-
9nal zur . Verfügung, Professor Sera-
»;him warnte, immer nur nach dem
Vesten zu schauen‘ und die Entwick-
ung im Osten. aus dem Auge zu ver-
ieren. Noch niemals in der Geschichte,
Landesverband Bayern .
Kreisverband Hof (Saale). Die Lands
mannschaft der Oberschlesier veran-
staltete in den festlich geschmückten
Räumen des „Feldschlößchens“ anläßlich
der 32. Wiederkehr des Tages der Ab-
stimmung in Oberschlesien eine würdige
Gedenkfeier. Der Vorsitzende Toni
Jarosch begrüßte in seiner Ansprache
Vertreter der, Stadt- und Landkreis-
verwaltung sowie der Oberschlesischen
Landsmannschaft in Marktredwitz
u. a. Hofer Verbände der Heimatver-
"riebenen. Ministerialrat a. D. Dr. Otto
Jlitz, der zu den prominenten Gästen
zählte, gab in seiner Gedenkrede einen
geschichtlichen Überblick über sein Hei-
matland bis zur Gegenwart. Er schil
derte den Kampf der Oberschlesier um,
ihr -Deutschtum und rief zum Schluß
seinen Landsleuten zu, daß nur eir
freies Europa die Rückkehr in die Hei-
mat ermöglichen könne. Dr. Ulitz ge-
hört zu.den bekannten Vorkämpfern
des deutschen Volkstums in Ostober-
schlesien in der Zeit von 1920 bis 1938.
Im Jahre 1946 wurde er von der NKWD
verhaftet, weil er als Mitglied der Ober-
schlesischen Plebiszitkommission die
deutschen Interessen als Deutscher ver-
trat. Sechs Jahre verbrachte er in ver-
schiedenen Konzentrationslagern der
Ostzone und im Zuchthaus Waldheim.
Die Gedenkstunde wurde mit musi-
kalischen Darbietungen der Gesangs-
gruppe der Landsmannschaft und des
Schülerquartetts der Oberrealschule Hof
Amrahmt. ;
Kreisverband Bamberg. Am 21. März
ıielt die Landsmannschaft der‘ Ober-
schlesier e. V., Kreisverband Bamberg,
in der Gaststätte „Schillerplatz“ die or-
dentliche Generalversammlung ab. Der
1. Vorsitzende, Ldsm. Hahn, gedachte
der Heimat, der Gefallenen, Kriegsge-
langenen und Vermißten, sowie der
/erstorbenen Mitglieder. Der 2. Vor-
itzende, Ldsm. Wittholz erstattete
len Tätigkeits- und Kassenbericht. Für
lie Revisionskommission referierte
.dsm. Jarczyk und beantragte
Viederwahl des Gesamtvorstandes
Dies wurde einstimmig angenom
nen:. 1. Vorsitzender, Ldsm.. Hahn
” Vorsitzender, Ldsm. Wittholz
Cassierer, Ldsm. Langer, Schrift
ührer, Ldsm, Garus. Zu Presse- bzw
Zulturreferenten wurden die Ldsl. F1-
itz und Jarczyk gewählt. Ferneı
vurden als Beisitzer die Ldsl. Kli-
nanek, Jarczyk, Winkler, Denies und
iugor gewählt. Dem ausgeschiedenen
"orstandsmitglied, Ldsm. Jahnke, wurde
ler Dank ausgesprochen, Es wurde be-
‚sonders des Abstimmungssieges aus dem
‚ahre 1921 und des 165. Geburtstages
lXichendorffs gedacht, Demnächst soll
in Lichtbildervortrag über Oberschle-
ien abgehalten werden. Die Geschäfts-
telle befindet sich in Bamberg, Frauen:
traße 29, bei T.dsm, Hahn, Telefon 2915.
‚andesverband Württemberg-Baden
Kreisverband Stuttgart
Die Landsmannschaft der Oberschle-
ier, Kreisverband Stuttgart, nahm
‚uf ihrer Jahreshauptversammlung nach
3egrüßungsworten durch den 1. Vor-
itzenden, Ldsm. Hoydem, und Ver:
esung des Geschäfts- u. Kassenberichts
lurch den 2. Vorsitzenden, Ldsm.
Zimmer, unter Leitung des Alters-
yräsidenten, Ldsm. Krug, die Neu
vahl des Gesamtvorstandes vor.
In den engeren Vorstand wurden ge-
7ählt: 1. Vorsitzender Robert G. Ho y-
‚em, 2. Vorsitzender Max Zimmer.
zeschäftsführer Friedrich Ronge
‚chriftführer Ruth Sieg, 1. Kassiereı
Iubert Mainka. — Ein „Frohes Rät-
ielraten“ vereinte nach Abschluß des.
»ifiziellen Teiles die Mitglieder des
Kreisverbandes.‘
ıbgesehen von den Jahren der national-
jozialistischen Herrschaft, ist der ober-
schlesisch-mährische Industrie-Raum
‚on einer Macht beherrscht worden.
’"etzt sollen die gesamten Kräfte dieses
zebietes vereinigt, in einem großen
Sombinat, ‚wie der #Sowjetaus-
irmuck lautet, zusammengefaßt werden
ınd einen großen mitteleuropäischen
ndustrie-Schwerpunkt, das .„Ruhrge-
xiet-des Ostens“ bilden. Die Kohlen -
»rzeugung soll, bis 1955 auf 120
Millionen Tonnen gesteigert werden,
lie Kokserzeugung auf 17 Millio-
ıen Tonnen, die Roheisen -Erzeu-
rung auf viereinhalb Millionen Tonnen,
lie Rohstahl- Produktion auf 6
Millionen Tonnen und die Walzei-
zenerzeugung auf über 4 Millionen
[onnen. In der Nähe von Mährisch-
Jstrau wird ein neues Stahlwerk
and in der Nähe von Krakau ein neues
Hütten-Kombinat gebaut. Das lapp-
ändische Erz, das bisher in dieser In-
lustrie verhüttet wurde, soll durch die
‚üdrussischen Eisen- und Mangan-Erze
arsetzt werden und damit soll die Bin-
dung zwischen den Satelliten und der
sowjetunion noch mehr gefestigt werden,
Professor Seraphim. bezeichnete diese
läne als geradezu schicksalhaft. Diese
rorgänge gehen nicht nur die Heimat-
'ertriebenen in Westdeutschland an:
-s geht hier um den Versuch der
jowjetmacht, Ostmitteleuropa. ihrem
Ierrschafts- und Wirtschaftsmachtbe-
eich einzugliedern, und auf ostdeut-
chem Boden eine industrielle Macht-
»osition zu errichten, dessen Zielset-
ung sich eindeutig gegen Europa
endet. \ 5
Abschließend stellte Professor Sera-
‚him fest, daß es für die Zukunft ent-
cheidend sein werde, wer über dieses
ewaltige Wirtschafts-Potential des
berschlesisch-mährischen Raumes ver-
üge, ob der Osten ’oder der Westen
Venn es der Sowjetunion gelingt, diese
‚.ngeheure Wirtschaftskraft sich auf die
Jauer nutzbar zu machen, dann würde
‚as Gewicht Oberschlesien die
Vaagschale sehr zugunsten des Ostens
verschieben. Ganz abgesehen davon,
laß es natürlich für Moskau nicht un-
vichtig ist, ob Panzer in .Sibirien
‚der in Oberschlesien in unmit-
elbarer Westnähe hergestellt werden.
M.
Landesverband Hessen
Kreisverband Frankfurt/Main
Am 19. .März fand sich die große
)berschlesiergemeinde‘ Frankfurts im
jaal des Karlshauses. zur Abstim-
aungsgedenkfeier ein, um am
"age der 32. Wiederkehr dieser Ab-
tHimmung erneut ihre unverbrüchliche
reue zur Heimat zu bekunden
.andsmann ToniJarosch vom Bun-
esvorstand überbrachte die Grüße
‚.nseres erkrankten Bundesvorsitzen.
len, Oberregierungsrat Grzimek
nd konnte neben. den vielen Lands-
zuten die Vertreter der städtischen
3ehörden, der Kirchen und der ande-
2n Landsmannschaften willkommen
‚eißen. Die neuerdings erhöhte Be-
legutung Oberschlesiens im
iahmen der künftigen Neugestaltung
juropas kam durch . die Anwesenheit
‚ahlreicher Vertreter von Presse und
tundfunk zum Ausdruck. Besonders
‚erzliche Begrüßungsworte galten dem
tedner des Abends, Dr. Otto Ulitz,
lem wohl besten Kenner des oberschle-
ischen Problems. Die Zuhörer folgten
nit gespannter Aufmerksamkeit und
\ufgeschlossenheit den ausgezeichneten
\usführungen des Redners, die wir an
ınderer Stelle dieser Ausgabe bringen
Jusikalische Darbietungen von Mit-
liedern der Jugendgruppen deı
{reisverbände Frankfurt/M. und Wies-
)aden . umrahmten die eindrucksvoll
rerlaufene Feier. )
l‚andesverband Niedersachsen
Kreisverband Northeim (Hann.). Aus
ınlaß der 32. Wiederkehr des Ober-
Chlesischen Abstimmungstages‘ vom
0. März 1921 hatte die Landsmannschafi
)berschlesien zu einer Abstim:
zungs-Gedenkfeier eingeladen
lie in Huchs. Gesellschaftshaus statt:
and, Neben den zahlreich erschienene:
Mitgliedern hatten sich auch die Ver:
reter anderer Landsmannschaften ein-
‚jefunden, Kreisvorsitzender Schön-
»runn wies nach Grußworten darauf
ıin, daß am 20. März 1921 die Ober-
chlesier bekannten, daß Oberschlesien
mu Deutschland gehöre; . Auch heute
ıoch ständen die Oberschlesier ge-
chlossen hinter der deutschen Fahne
ınıd seien, bereit, notfalls mit dem
;timmzettel‘: zu beweisen, daß Ober-
chlesien deutsch ist. In seiner
zedenkrede ging Rektor Ge-
‚auer auf die Ereignisse vor 32 Jah-
en ein und beleuchtete daneben die
„age, in der sich die Oberschlesier
ıeute befinden. Die. „Oberschlesische
Örage“ sei ungelöst und bedürfe einer
tevision im europäischen Sinne. Dafür
ırbeite die Landsmannschaft Ober-
ichlesien als die berufene. Vertreterin
‚er Interessen der oberschlesischen Be-
‚ölkerung. Die Ausführungen Rektor
;ebauers fanden starken Beifall. Die
jedenkfeier war umrahmt von musi-
calischen Darbietungen der Geschwister
30jowczyk und von Lieddarbietungen
ıes Heimatchors unter Leitung von
‚ehrer Nitschke, Lehrer Philipp
ührte den Schmalfilm „Schönwälder
dochzeit“ vor und zeigte daneben
“ichtbilder über Oberschlesien.
ine Schülerin erfreute mit. Heimat
‚edichten, zwischendurch wurden Hei-
natlieder gesungen. Der Geschäftsfüh-
er des BVD-Kreisverbandes Northeim-
Jslar, Verhouc, übermittelte : die
zrüße des BVD-Kreisverbandes und
‚ppellierte an die Anwesenden, auch in
ı1offnungslosen Zeiten deutsch zu den-
ven und zu fühlen und nicht den Glau-
jen zu verlieren im gemeinsamen
Kampf um die Heimat, die ewig ein
Zestandteil Deutschlands bleiben werde.
Jem offiziellen Teil der Abstimmungs-
zedenkfeier schloß sich ein gemütliches
Beisammensein an
Heimatauskunfisstellen für
Oberschlesien
Die im 8 24 Absatz 1 Satz 2 des Fest-
tellungsgesetzes vorgesehene Rechts-
verordnung über die Bildung der Hei-
matauskunftsstellen ist unter
lem 22. 12. 1952 im Bundesgesetzblatt
Nr. 57 veröffentlicht worden. In 8 24
Abs. 4 des Feststellungsgesetzes ist
vorgesehen, daß der Bundesminister
Für. Vertriebene eine Anerken-
ı1ung von Vertriebenenvert-
‚änden vornimmt, die vor der Be-
tellung der Leiter und stellvertre-
enden Leiter der Heimatauskunfts-
tellen und der Kommissionen gehört
verden sollen, Dieser gesetzlichen Be-
‚timmung entsprechend hat der Bun-
ijesminister für Vertriebene die Lands-
nannschaft der Oberschlesier als Ver-
riebenenverband mit Erlaß vom 6. Ja-
ıuar 1953 anerkannt. ;
Die drei Heimatauskunftsstellen für
Dberschlesien werden bei der Landes-
regierung Nordrhein-Westfalen in
Düsseldorf errichtet.
„Unser Oberschlesien”
gratuliert
Zur Silbernen Hochzeit am 30. April
zratulieren wir dem Ehepaar Traugott
RAohowsky und Frau Liesel geb. Un-
zer, früher in Kattowitz OS., jetzt
Oberpfaffenhofen, Post Weß-
'ing (Obb.). no
Konrektor i.R. Paul Wyrwoll,
lirüher Bobrek (Kreis Beuthen OSs.),
aeute in Hohenlimburg, Blumenstr. 42,
beging am 17. März seinen 78. Geburts-
jag.
Letztz Meldungen
Am 14, Januar ist Erzpriester Johan-
1es Breitkopf, früher Cosel. O/S, ge-
;torben.
Am 26. Januar verstarb die ehemalige
.„. Vorsitzende des Kath. Frauenverbandes
ıus Gleiwitz, Frau Helene Bittner.
3ie fand in Brühl b.. Köln, dem Wohnsitz
aırer Tochter, die letzte Ruhestätte.
Der Leiter der oberschlesischen Taub-
‚tummenanstalt Ratibor, Geistl, Rat Dr.
heol. Felix Zillmann, ist in Berlin
zerstorben. Bis zu seinem Tode war er als
jeelsorger in Ost-Berlin tätig.
Ausgabe Nr. 4, Seite 5
Or. Otto Ulitz
spricht zu seinen Landsleuten
Dr.-Ing. e. h. Franz Grabowski
Direktor Franz Grabowski, Vorstands-
nitglied der Buderus-Eisenwerke in
Netzlar/Lahn,. früher Kattowitiz, wurde
von der Techn, Hochschule Aachen
lie Würde eines Dr.-Ing. e. h. verliehen.
Wir beglückwünschen unseren Lands-
nann herzlich zu dieser hohen Ehrung.
Verdienstkreuz für Prof. Lubrich
Professor Fritz Lubrich, früher
Zattowitz, heute Lütjensee (Bez. Ham»
durg), Haus Seebergen, wurde vom
Aerrn . Bundespräsidenten das Ver-
liensitkreuz des Verdienstordens der
3Zundesrepublik Deutschland verliehen.
Professor Fritz Lubrich ist jedem
5berschlesier als bedeutender Kompo-
nist und jahrelanger erfolgreicher
leiter des Meister’schen Ge-
jangverein in Kattowitz in
jester Erinnerung. .
„Unser Oberschlesien“ beglückwünscht.
lien hochverdienten Landsmann zu der
«hrenvollen Auszeichnung.
40jähriges Lehrerjubiläum
In Erinnerung an Pilchowitz
Zünfzehn Jahre sind es her, als sich
lie kleine Zahl der Kursisten, die der
‚rste Weltkrieg übrig ließ, zum 25jähri-
'en Jubiläum in dem verträumten
jörfchen Pilchowitz zusammen-
and. Zwischen Gleiwitz und Rauden,
nmitten von herrlichem Wald, den un-
;‚er Eichendorff so gern besang, hat es
ler Herrgott hingelegt, nicht weit ent-
ernt von den oberschlesischen Kohlen-
ıalden und den rauchenden Industrie-
chloten.: Hier in dem alten. grauen
z;emäuer konnte man sich dem ernsten
;tudium widmen, konnte in der Um-
‚jebung die Natur ergründen und seine
.iebe zur oberschlesischen
Ieimat vertiefen. Die in diesem
Lehrerseminar verbrachte Zeit
war Abhärtung, wie sie das Leben von
ıns forderte. „So, so!“, meinte der gute
Direktor Kroemer, „Sie haben
Copfschmerzen. Da können wir helfen,
Ja, ein Gläschen Rizinusöl.“ Und das
war das Allheilmittel gegen alle Krank-
ıeiten. Wir zogen an den freien Nach-
nittagen hinaus in den Wald, sammel-
‚en Beeren und Pilze, suchten seltene
<äfer und jagten. nach Schmetterlin-
ren. Dort im Bruch bei Nieboro-
witz stiegen Birkhühner auf, auf der
noorigen Wiese zeigte der Sonnentau
jein insektengieriges Köpfchen. Nach
ler Großstadt Gleiwititz kam man
ıur dann, wenn Vater zum Taschen-
zeld eine „Zulage“ bewilligte.
Dieses vierzigjährige Lehrerjubiläum
jegehen am 1. April: ‘ .
Hermann Aschmann, Direktor
z. W., Oldenburg (i. Oldbg.), Zeughaus-
itraße 66, Fritz Wilpert, Konrektor
n Seelze bei Hannover, Hans Schu-
bert, Rektor in Mariadorf b. Aachen,
Aermann Janosch, Konrektor in
Frankfurt a. M., Kettenhofweg 19, Jo-
sef Grötschel, Handelsschuldirek-
or in Hamburg.
Karl Willim ist in jugoslawischer
zefangenschaft gestorben. Hoffen wir,
daß uns. der Herrgott das Glück
ichenkt, mit der oberschlesischen Hei-
nat auch unser liebes Pilchowitz
zu erleben. ' H.J.
EEE
. ) * se
SCHATTEN um Keitian
QOMAN VON ELSE VONDERLAHN
Copyright by Verlag v. Graberg & Görg, Wiesbaden
+4. Fortsetzung)
Sie sieht ihn wegwischend in seiner
Zroßzügigen und hochherzigen Art durch
lie Luft fahren mit seiner braunen,
schmalen Hand. Sie hört ihn mit einem
zuten Lächeln sagen: „Vergeben und
vergessen, mein kleines Mädchen!“
Sie weiß: sein Nachgeben ist nicht
Schwäche gewesen. Aus seiner ungeheu-
ren Kraft und Liebe heraus konnte er
immer wieder Nachsicht haben mit ihrer
ständigen Zerrissenheit und ihrer un-
mbhigen Sprunghaftigkeit. ;
Aber diesmal — — —? Nein, er kommt
xicht von selbst zurück, sie wird ihn zu-
ückerobern müssen. Aber ach, hat sie
überhaupt noch die Kraft dazu, so zu-
tiefst müde und bis zum 'letzten ausge-
schöpft wie sie ist? Vom Zweifeln an
der eigenen Kraft zerrissen, von Süch-
ten hin und hergezerrt, ein willenloses
Werkzeug fremder Menschen, ein Spiel-
yall fremden Willens. ®
Sie ringt die Hände in unermeßlicher
Yual, sie, die Unselige, die verstrickt ist
nein grauenvolles Netz, das enger und
ger sich fügend „alles zerstört und
Ötet, was einmal ihr Leben ausgemacht
ıat: Ihre Liebe, ihren Stolz, ihre Selbst-
ıchtung. N ;
Eine einzige Stunde tiefster Depres-
ion, vor einem halben Jahr, als sie er-
uhr, daß ihre Verträge mit dem Theater
ıicht mehr verlängert würden, weil man
yjefürchte, daß ihre Stimme den. Anfor-
lerungen nicht mehr genügte — — da-
mals begann es — — . .
Und seitdem ist es unaufhaltsam ab-
värts gegangen. Von Stufe zu Stufe un-
‚ufhaltsam ist sie tiefer und tiefer ge-
;‚toßen worden. Ein willenloses Werk-
:eug, verdammt dazu, den Mann der ihr
blind und ahnungslos vertraut in Schuld
ınd Verhängnis zu verstricken, mit Lug
ınd Trug zu umgeben, ihn den sie liebt.
wie nichts sonst auf der Welt.
Nach dem wilden Aufruhr . jäher.
‚larer Erkenntnis überkommt sie über-
Jangslos wieder dumpfe Gleichgültigkeit.
wie meist in letzter Zeit. Einen Augen-
Jlick lodert noch einmal der Wunsch irn
hr auf, in den „Nachtfalter“ zu fahren
Dort wird. sie die anderen treffen, die
Gefährten‘, wird. trinken,. rauchen, tan-
‚en, Gelächter und leeres Geschwätz
erden die. bohrenden, mahnenden
Stimmen in ihrem Innern zum Schwei-
zen bringen, Dort gibt es auch noch an-
lere Mittel, um Vergessenheit zu fin-
len. Gier nach Rausch, Taumel über
r"ommt sie nach jäher Plötzlichkeit,
schon streckt sie die Hand nach dem
Iörer aus, eine Taxe herbeizurufen, doch
Jjann läßt sie sie mit einer Gebärde des
ikels wieder fallen. Mit dumpfem Ge-
‚icht und leerem Blick entkleidet sie sich
ınd rtichtet notdürftig die Schlafcouch
ür die Nachtruhe her. In der Hausapo-
heke sind noch genügend Schlaftablet-
‚en, um ihr Vergessen zu schenken für
Be lange Nacht. — —. , .
Nach einem bleiernen Schlaf treibt sie
hr unruhiges Gewissen am frühen Mor-
sen schon wieder empor. » ;
Hoffnung flackert noch einmal auf.
‚ber der Tag vergeht. Vergebliches
Varten zerpflückt die Stunden in Minu-
en, die Minuten in Sekunden.
Um fünf Uhr abends, gerade als sie
zum dritten Mal versuchen will, Kilian
n seinem Büro zu erreichen, zerreiß?
ichrilles Klingeln die unerträgliche Stille
ler Wohnung. Sie fährt hoch aus ihrem
lumpfen Hinbrüten, preßt beide Hände
ın das rasend pochende Herz: Endlich
ındlich, kann sie nur zitternd stammeln,
‚un ist er doch noch gekommen! Frau
Ziegel, die Wohnungsinhaberin, die
leichzeitig die Aufwartung macht, ist
‚usgegangen. So geht sie es selbst Öff-
ıen.
Ihre freudig erhobenen Hände sinker
eer zurück, als sie in das spöttisch
ächelnde Gesicht ihres Brudes blickt
Ihe sie sich aus ihrer ersten Erstarrung.
n die sie Enttäuschung und Empörung
versetzt haben, gelöst hat, hat er schor
)hne Hemmung die Schwelle, die maı.
hm gestern in eindeutiger Form ver-
wiesen hat, überschritten, seine Schwe-
ter mit sich ins Zimmer ziehend. „Tag
inchen!“ sagt er nachlässig. „Ist die
‚uft rein? Gut bekommen gestern? Der
he Herr wieder versöhnt? Hat er das
>»äckchen von Ivonne gut rübergebracht?
Martina zittert vor mühsam gebändig-
em Zorn,
„Wie kann ich das wissen“, geht sie
ı1ur auf seine letzte Frage ein, „wenn
hr ihn aus dem Haus ekelt, und ich
4hn nicht mehr zu Gesicht bekomme?
jag schnell, was du willst, wir haben
ıicht lange Zeit, Kilian kann jeden
\ugenblick kommen.“
Ein Blick, gesättigt vom Haß einer ohn-
nächtigen Gefangenen, trifft den mit
alopper Eleganz . gekleideten. jungen
Mann mit dem verlebten Gesicht, dem
in schmaäles. Menjoubärtchen Charak-
er verleihen soH. N
Bert Alsen ändert nur wenig seine
ınmaßend-nachlässige Haltung: „Dann
jeh zu, daß Du ihn schleunigst wieder
önfängst. Wir brauchen ihn für eine
janz große Sache. Diesmal mußt du un-
)»edingt sehen, daß du auch wieder mit-
;ommst nach Brüssel und Paris. Es ste-
ıen Tausende auf dem Spiel. Tausende
— — — Bert stottert vor Aufregung
ınd Eifer, hebt die schlaffen Hände,
@hlt an den Fingern ab.
Dann mit einem Blick in Martinas
vor Abwehr und Entsetzen eisiges Ge-
sicht, greift er in die Rocktasche, bringt
in schmales: Päckchen zum Vorschein,
virft es ihr zu: .
„Da fang auf, ich hab dir etwas mit-
febracht, sieht so aus, als könntest du
as gebrauchen!“
Mit nur. mühsam‘ ‚gebändigter und
zersteckter Gier hat sie das winzige
>äckchen aufgefangen. Ihr blasses Ge-
;icht ist flammend rot geworden vor
icham und Ekel. Hastig geht sie hin-
iber ins Bad, ohne den Blick hämischen
Friumphes zu bemerken, den ihr Bruder
ıinter ihr herschickt,
Als sie- wenig später zurückkommt,
etzt sie sich ruhig in den Sessel ihm
zegenüber. (Fortsetzung Seite 6)